Wasserkunst

Die Wasserkunst entstand im Mittelalter als erstes größeres Bauwerk der öffentlichen Wasserversorgung (Bautzen/Sachsen; Magdeburg/Sachsen Anhalt; Altenburg/ Thüringen). Hier wurden Kolbenpumpen mit Hilfe von Wasser– oder Muskelkraft durch Schaufelräder oder Tretscheiben angetrieben. Diese beförderten das Wasser über Steigleitungen in den Hochbehälter (aus Holz, Stein, Blei oder Kupfer) im Obergeschoss, aus dem es dann im freien Gefälle ständig zu den Verbrauchern floss. Diese Hochbehälter hatten kaum Speichervolumen.

Wasserstation

Die Wasserstation ist ein Hochbau der Bahn. In dem Gebäude, anfangs in Hausform, stehen ein oder mehrere Flachbodenbehälter im Obergeschoss (Kamenz/Sachsen; Haldensleben/Sachsen Anhalt; Greiz/Thüringen). Diese Station wurde vielseitig verwendet, auch als Bahnhofs- u. Wärtergebäude. Durch den ständig steigenden Bedarf der Lokomotiven an Wasser reichten diese kleinen Stationen bald nicht mehr aus.

Bahn Wasserturm

Dieser Wasserturm entstand um die Jahrhundertwende. Durch die immer länger verlaufenden Strecken und größer werdenden Lok`s baute man spezielle Türme mit goßen Speichervolumen. Den Turm gibt es in den verschiedensten Ausführungen je nach Behälter oder Region. Viele Türme versorgten auch die umliegenden Wohnbauten der Bahnarbeiter mit Wasser.

Industrie Wasserturm

Dieser Wasserturm dient ausschließlich der Versorgung einer industriellen oder landwirtschaftlichen Anlage. Er macht die Anlage unabhängig vom öffentlichen Versorgungsnetz. Diese schlichten, optisch oft nicht ansprechenden Türme sind preisorientiert und dem Zweck entsprechend gebaut. Solche Türme gibt es als Kugelbehälter (Deutzen/Sachsen), Hydroglobus (Gröditz/Sachsen), Eisen-Skelett-Türme (Coswig/Sachsen Anhalt), Eisenbeton-Skelett-Türme (Lauta/Sachsen), Stahl-und Spannbetontürme (Wittgensdorf/Sachsen) oder gemauerte Türme (Nobitz/Thüringen). Manche Türme werden auch vielseitg genutzt (Hartmannsdorf/Sachsen).

Ort`s Wasserturm

Dieser Wasserturm wurde zur Versorgungssicherheit der schnell wachsenden Bevölkerungin den Städten und Gemeinden, zur Stör- u. Feuerlöschreserve gebaut. So konnte man eine hygienisch – unbedenklich – öffentliche Trinkwasserversorgung bereitstellen. Solche Türme wurden in Stahlbeton-Gleitbauweise (Geithain/Ottenhain-Sachsen), Stahl-Skelett-Bauweise (Groitzsch/Sachsen) und in Stahlbeton-Skelett-Bauweise (Aken/Sachsen Anhalt) ausgeführt. Einige Türme sind Hydroglobus (Ilmenau/Thüringen), eine Erfindung aus Ungarn, aber die meisten sind gemauerte Ziegelbauten mit konischem Schaft.

Sonderbauten

Bismarckturm - Manche wurden als Multifunktions-Turm ( Bismarck-Aussichts-und Wasserturm) geplant und gebaut (Glauchau/Sachsen; Grimma/Sachsen; Jena/Thüringen).

Privatturm - Diese Türme wurden zur Eigenversorgung mit Wasser gebaut (Markkleeberg OT Oetzsch/Sachsen;Naunhof/Sachsen).

Schornsteinbehälter - Diese wurden an Schornsteine, als Betriebsreserve einer industriellen Anlage, angebracht (Silbitz/Thüringen).